Herzschlagfinale in Irmenach - Saisonziel erreicht ? Klassenerhalt perfekt
 |  Handball-Frauen
Erstellt von Doris Waldorf

Handballdamen verabschieden sich mit verdientem Sieg aus der Saison 2009/2010.

?Wer hat noch mal nach der ersten Viertelstunde mit 6:1 hinten gelegen?? ?Gerolstein?, ertönt es laut in der Gästekabine. ?Wer hat noch mal am Ende gewonnen?? ?Gerolstein?, jubeln springend nun nicht mehr zu halten ausgelassen alle Gerolsteiner Spielerinnen in der Kabine und unter der Dusche.

Um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen, musste nach der Freitagsniederlage am 23.04.10 gegen die starken Konzerinnen am Doppelspielwochenende im letzten Auswärtsspiel am Sonntag in Irmenach/Kleinich ein Sieg her.

Im Spiel gegen Konz reichte die Kraft leider nur für eine gute erste Halbzeit. Ebenbürtig mit dem Gegner hielt das Gerolsteiner Team unter der Spielleitung, an diesem Tag, von Herrentrainer Jarek Glinka, mit den flinken, ballsicheren und darüber hinaus technisch hochversierten Konzer Spielerinnen mit. Lediglich die zweite Halbzeit ließ wenig Freude und Klassenerhalt-Stimmung aufkommen. Angriffsschwäche gepaart mit katastrophalem Abwehrverhalten ließ die Gäste aus Konz agieren als stünde kein Gegner auf dem Parkett. Nur die starke Torhüterleistung von Anja Stump verhinderte eine noch höhere Niederlage. Die Partie endete viel zu hoch mit 16:33! ?Schade, dass wir uns bei unseren treuen Zuschauern mit so einer zweiten Halbzeit hier zu Hause verabschieden mussten?, trauern die Aktiven der zweiten Halbzeit hinterher?, danken aber Jarek für seinen Einsatz und hoffen auch zukünftig auf die ein oder andere wertvolle Unterstützung seinerseits.

Auch im Sonntagsspiel gegen den Kellerkonkurrenten aus Irmenach schien sich der Siegesplan der Gerolsteinerinnen bereits in der ersten Viertelstunde nach Anpfiff im Sande zu verlaufen. Nervosität hing in der Luft. Der Druck für beide Teams, siegen zu müssen, war groß. Doch das Team aus Irmenach schien mit der Situation besser umgehen zu können und hatte den glücklicheren Start. Eine desolate Abwehrreihe hinten und jede Menge Latten- und Pfostenpech vorne ließen die Gastgeberinnen Tor um Tor davon ziehen. Erst beim Rückstand von 6:1 und nach einer Auszeit fanden die Gerolsteinerinnen dann ins Spiel. Anstatt die Köpfe hängen zu lassen und nach dem Motto ?die Luft ist raus? das Spiel verloren zu geben, boten die Gerolsteinerinnen ab jetzt eine aufregende Show. Alles oder nichts hieß die Devise. Mit einer stabileren Abwehr den Kellerkonkurrent aus dem Konzept bringen war der Plan. Und genau dies gelang der Mannschaft fast perfekt; an diesem Tag gecoacht von Bernd Hennen, der eigentlich nur als Zuschauer angereist war, den Job auf Anfrage von Spielertrainerin Angelika Schauster aber spontan und gerne zusagte. Mit einer defensiven 6:0 Abwehrreihe wurde fortan der Kreis aus dem Spiel genommen, im Neuner um jeden Ball beherzt gekämpft und den Rest erledigten zwei glänzend aufgelegte Gerolsteiner Torhüterinnen Diane Schmitz und Mariella Schlüter mit genialen Paraden. Beim Halbzeitstand von 6:6 war der psychologische Vorteil nach einer gelungenen Aufholjagd klar auf Gerolsteiner Seite. Genau dies nutzten die Gerolsteinerinnen und spielten ihre Trümpfe konsequent im schnellen Spiel nach vorne im Verlauf der zweiten Spielhälfte aus. Beim Stande von 15:10 griff dann leider in den letzten zehn Spielminuten das Schiedsrichtergespann mit einigen fragwürdigen Entscheidungen ins Spiel. Die Gastgeberinnen verkürzten auf 14:15 ehe Ilona Kuhl mit einem beherzten Wurf in Unterzahl in der letzten Sekunde der Partie den Schlusspunkt zum 14:16 setzte.

?Für meine Begriffe haben die Schiedsrichter besonders in der Endphase, wie aber auch schon am Anfang, auf Zuruf gepfiffen und so die Partie aus der Hand gegeben?, äußert sich Doris Waldorf verärgert über die Leistung des Gespanns. ?Das ging soweit, dass die hochdramatische Endphase von nur noch drei Spielerinnen auf Gerolsteiner Seite überstanden werden musste?. ?Kampf wird eben doch belohnt. Jetzt haben wir die zwei Punkte, die schon am Freitag das Geburtstagsgeschenk für Doris zum Dreiunddreißigsten sein sollten?, so Angelika Schauster augenzwinkernd,  überfroh und stolz den geplanten Klassenerhalt aus eigener Kraft geschafft zu haben. Wir machen jetzt erst mal Frühlingspause und starten am 07. Juni 2010 hochmotiviert in die neue Saison. Mit uns wird auch in der kommenden Spielzeit zu rechnen sein. Alle Spielerinnen bleiben an Bord. Für eine Überraschung sind wir immer gut?.

?Den Sieg widmen wir Valerie Schauster, die krankheitsbedingt zwar leider in dieser Saison nicht direkt ins Spielgeschehen eingreifen konnte, aber so oft es ging mit dem Team vor Ort mitgefiebert hat. Valerie, Daumen hoch, demnächst stehst du wieder auf der Platte. Wir freuen uns schon drauf!?