„Training für die Pumpe“ – 30 Jahre Herzsport in Gerolstein
 |  Herzsport
Erstellt von Rainer Leyendecker

Mit Stolz blickt der SV Gerolstein auf die Abteilung Herzsport. Seit 30 Jahren existiert diese Selbsthilfegruppe als eine der ersten Sportgruppen für Präventation und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen in Rheinland-Pfalz. Neben den Initiatoren, der Gerolsteiner Ärztin Dr. Helga Boudriot  und dem Diplomsportlehrer Laszlo Virag, gehörten Frau Dr. Hahn und Herr Dr. Hans Esten aus Gerolstein, Guntram Schäfer aus Jünkerath und der damalige Vereinsvorsitzende Josef Pfeil zu den Frauen und Männern der ersten Stunde. Am 5. März 1981 traf man sich in der Aula des Sankt-Matthias-Gymnasiums in Gerolstein zu einem ersten Informationsabend zur Gründung einer „Coronarsportgruppe“, so die frühere Bezeichnung. Neben einer ausführlichen Diskussion wurde der Film „Das zweite Leben“ gezeigt und genau eine Woche später, am 12. März 1981, fand schon der erste Sportabend in der Turnhalle des Gerolsteiner Gymnasiums statt.

In einer kleinen Feierstunde dankte Georg Linnerth, Vorsitzender des Sportvereins, den anwesenden Mitgliedern mit Ihrer Übungsleiterin Bettina Altherr-Müller. Einen besonderen Dank richtete er an die zwei Urgesteine und Gründungsväter des Gerolsteiner Herzsportes. Dr. Hans Esten, der für die ärztliche Betreuung Verantwortung zeichnet und Laszlo Virag, der für 26 Jahre lang als Übungsleiter nach einer fachspezifischen Ausbildung die sportliche Leitung übernahm. Ausdrücklich eingeschlossen in seiner Rede war natürlich auch Frau Dr. Boudriot-Esser, die leider nicht anwesend sein konnte und die Gruppe mit drei weiteren Ärzten bis zur Übernahme durch Dr. Esten ärztlich betreute. Dankesworte richtete auch die Übungsleiterin Bettina Altherr-Müller an die Herzsportgruppe und beendete Ihre Worte mit einem kleinen, aber humorvollen Gedicht. Laszlo Virag ließ in einer kurzen Ansprache die Geschichte dieser Gruppe wieder aufleben und unterlegte seinen Bericht mit vielen imposanten Zahlen aus seiner Zeit als Übungsleiter. Auch Dr. Esten dankte der Gruppe für viele schöne und gemeinsame Stunden bei den Übungsabenden. Nicht ganz uneigennützig sorgt er nicht nur für die vorgeschriebene ärztliche Präsenz, sondern nimmt regelmäßig an den Übungsstunden teil. Aus ärztlicher Sicht reflektierte er die Anfänge und die jetzige Bedeutung des Herzsports in unserer Gesellschaft. Die Einschätzung der eigenen körperlichen Belastbarkeit, die Beherrschung der persönlichen Risikofaktoren und die Bewältigung der persönlichen Behinderung durch die chronische Krankheit sind wichtige Eckpunkte des Herzsportes. Eine abwechslungsreiche Gymnastik mit und ohne Sportgeräte im ersten Abschnitt des Abends, dann eine 12-minütige Lauf- oder Gehbelastung und ein anschließendes Volley- oder Faustballspiel werden regelmäßig angeboten. Vorher erfolgt eine Blutdruckmessung, zwischen den Abschnitten eine Pulskontrolle und bei Bedarf wird ärztliche Beratung und Fortbildung zu den Risikofaktoren (Bluthochdruck, Rauchen, Stoffwechselstörungen, Ernährungsprobleme) angeboten. Je nach Diagnose übernehmen die Krankenkassen vorrübergehend die Kosten. Die gute Arbeit in dieser Gruppe unterstreicht auch die langjährige Zugehörigkeit von vielen Sportlern in dieser Gruppe.

Außergewöhnlich wie Dr. Esten diese ehrenamtliche Tätigkeit ausübt, ist auch sein Blick in die Zukunft der Abteilung. Mit Dr. Rolf Hölpes hat er bereits einen Nachfolger für sein Amt gefunden. In Rheinland-Pfalz existieren zur Zeit 330 Herzgruppen mit rund 7.000 Mitgliedern.(Quelle Landesverband) Die Herzsportgruppe Gerolstein, eine der ersten Gruppen in unserem Bundesland feierte in diesem Jahr den 30. Geburtstag.